Die Beschäftigten der Tageszeitungsredaktionen im Norden werden auch künftig bezahlt wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Rest des Bundesgebiets. Darauf einigten sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in der zweiten Verhandlungsrunde mit dem Verband der Zeitungsverleger Nord (VZN). Die Tarifeinigung sieht vor, dass der bundesweite Tarifabschluss für Redakteurinnen und Redakteure, der im April abgeschlossen wurde, nun doch für die Verlage in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gilt. Der VZN war zuvor vom bundesweit geltenden Tarifabschluss zurückgetreten und hatte von den Redakteurinnen und Redakteuren erhebliche zusätzliche Abstriche gefordert.
Die Beschäftigten der Nordredaktionen erhalten demnach die gleichen Gehalts- und Honorarerhöhungen sowie Pauschalen wie ihre Kolleginnen und Kollegen im restlichen Bundesgebiet. Rückwirkend zum 1. Mai 2014 steigen die Löhne und Gehälter in den Nordredaktionen um 2,5 Prozent, ab dem 1. April 2015 um weitere 1,5 Prozent. Der Tarifabschluss sieht auch vor, dass die Honorare für Freie rückwirkend zum 1. Juni 2014 und zum 1. Mai 2015 um jeweils 1,8 Prozent steigen. Auch die erstmals durchgesetzten tarifvertraglichen Erhöhungen der Pauschalen sind in der Einigung berücksichtigt, diese allerdings begrenzt auf eine Monatspauschale von bis zu 2.000 Euro. Urlaubsgeld und Jahresleistung werden entsprechend den Regelungen, die im Flächentarifvertrag bereits für Niedersachsen vereinbart wurden, auf insgesamt 13,5 Monatsgehälter reduziert.
„Dieses gute Ergebnis verdanken wir den engagierten Streiks und dem öffentlichkeitswirksamen Protest der Kolleginnen und Kollegen aus den Nordredaktionen. Sie haben dem Versuch einer Billiglösung in den Nordverlagen erfolgreich eine Absage erteilt: In Kiel, Lübeck und Rostock werden nun die gleichen Tariferhöhungen wie im bundesweiten Redakteurstarif gezahlt. Auch die übrigen Tarifregeln sind identisch mit dem Tarifabschluss, den die Gewerkschaften nach elf Runden im April erzielt hatten. Das ist ein Erfolg der Streiks, zu dem ich den wehrhaften Kolleginnen und Kollegen gratuliere“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel.
Beschäftigte aus den Nord-Redaktionen hatten seit vergangenem Freitag gestreikt und an diesem Montag in Lübeck demonstriert. Auch am heutigen Verhandlungstag hatten Beschäftigte der Ostsee-Zeitung, der Lübecker Nachrichten, der Kieler Nachrichten so wie in Lübeck erneut gegenüber dem VZN die Gewerkschaftsforderung bekräftigt. Für die erzielte Einigung gilt eine Erklärungsfrist bis zum 26. August. Bis dahin werden die ver.di-Mitglieder in den Redaktionen zum Tarifabschluss befragt. Der neue Gehaltstarifvertrag läuft bis zum 31. Dezember 2015. Er gilt ab Oktober 2014 auch für die Onliner in den Redaktionen.
Ein Wermutstropfen bleibt bei diesem Abschluss. Zu Beginn der Tarifverhandlung hatte der Verlag Boyens Medien aus Heide (Dithmarschen) den Wechsel in die Mitgliedschaft ohne Tarifbindung erklärt. Der Verlag will das heute erzielte Tarifergebnis nicht übernehmen.
Dienstag, 12. August 2014
Wechsel in die OT-Mitgliedschaft
Kurze Eilmeldung (aus der zweiten Verhandlungsrunde Redakteure Nord):
Vor Beginn der Verhandlungen hat Frau Boyens gegenüber dem VZN den Wechsel in die OT-Mitgliedschaft für den Bereich Verlag und Redaktion (Boyens Medien) erklärt. Davon nicht betroffen ist Boyens Mediaprint, da Mediaprint mindestens Mitglied im VDM Nordwest ist.
Vor Beginn der Verhandlungen hat Frau Boyens gegenüber dem VZN den Wechsel in die OT-Mitgliedschaft für den Bereich Verlag und Redaktion (Boyens Medien) erklärt. Davon nicht betroffen ist Boyens Mediaprint, da Mediaprint mindestens Mitglied im VDM Nordwest ist.
Montag, 11. August 2014
Warnstreik bei Boyens
Der Bundesvorstand der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der DJV-Bundesvorstand rufen die Redakteurinnen und Redakteure, die
Volontärinnen und Volontäre sowie die freien Journalistinnen und Journalisten der Zeitung
Dithmarscher Landeszeitung und Außenredaktionen
zur Unterstützung der Tarifverhandlungen für die Redakteurinnen/ Redakteure/Verband der Zeitungsverlage Norddeutschland
vom 11. August 2014, 0.00 Uhr bis
zum 12. August 2014, 24 Uhr
zu einem Warnstreik auf.
An diesem Warnstreik beteiligen sich die Häuser der Kieler Nachrichten, Lübecker Nachrichten, Ostsee Zeitung, Rostock und die DLZ, Boyens Medien in Heide.
Mit diesem Warnstreik soll zum Ausdruck gebracht werden, dass der Norden zu keinen weiteren Notopfern bereit ist.
Volontärinnen und Volontäre sowie die freien Journalistinnen und Journalisten der Zeitung
Dithmarscher Landeszeitung und Außenredaktionen
zur Unterstützung der Tarifverhandlungen für die Redakteurinnen/ Redakteure/Verband der Zeitungsverlage Norddeutschland
vom 11. August 2014, 0.00 Uhr bis
zum 12. August 2014, 24 Uhr
zu einem Warnstreik auf.
An diesem Warnstreik beteiligen sich die Häuser der Kieler Nachrichten, Lübecker Nachrichten, Ostsee Zeitung, Rostock und die DLZ, Boyens Medien in Heide.
Mit diesem Warnstreik soll zum Ausdruck gebracht werden, dass der Norden zu keinen weiteren Notopfern bereit ist.
Mittwoch, 21. Mai 2014
Verleger wollen nicht mehr als 1,5% mehr Lohn und Gehalt zusichern - weitere 1,5% bei Wohlverhalten?
Am 20. Mai begannen die Verhandlungen über Gehälter und Löhne der Beschäftigten in Zeitungsverlagen und Zeitungsdruck in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Gleich zu Anfang machte die ver.di-Tarifkommission deutlich, dass ver.di eine reine Gehalts- und Lohnrunde erwarte. Die Manteltarifverträge ständen nicht zur Diskussion. Die Verleger lösten eine teilweise heftige Kontroverse aus, als sie eine „betriebswirtschaftliche“ Sicht einforderten – unter Einbeziehung aller Beschäftigtengruppen. Sie verwiesen damit auf die derzeit offene Tarifsituation in den Redaktionen. Die ver.di-Tarifkommission beharrte dagegen auf der Eigenständigkeit des Tarifbereichs Verlage und Drucktechnik.
Nach interner Beratung unterbreiteten dann die Verleger einen Vorschlag bzw. ein erstes „Angebot“: Ein neues Lohn- und Gehaltsabkommen soll eine Laufzeit von anderthalb Jahren (18 Monaten) haben, für die ersten 12 Monate bieten die Verleger 1,5% an. Für die weiteren Monate soll es ebenfalls 1,5% geben – aber nur, wenn es bis dahin zu einer Einigung über Änderungen in den Manteltarif- und Gehaltstarifverträgen gekommen ist. Damit haben sie für 18 Monate nicht mehr als 1,5% zugesichert.
Sowohl die Höhe der Lohn- und Gehaltserhöhungen als auch die Koppelung der Lohn- und Gehaltsabkommen mit Manteltarif- und Gehaltsstrukturverhandlungen akzeptierte die ver.di-Tarifkommission nicht. Beide Seiten vereinbarten, die Verhandlungen am 10. Juni fortzusetzen. Zuvor wird die ver.di-Tarifkommission zusammenkommen und das weitere Vorgehen beraten.
Bei einer Kundgebung vor dem Pressehaus in Rostock machten Kolleginnen und Kollegen aus Verlag, Technik und Redaktion deutlich, dass sie engagiert für ihre Tarifverträge eintreten werden. Unter dem Motto „Ran an die Schmalzstullen! Wir sind zu gut für günstig!“ hielten sie eine Protestkundgebung ab.
Nach interner Beratung unterbreiteten dann die Verleger einen Vorschlag bzw. ein erstes „Angebot“: Ein neues Lohn- und Gehaltsabkommen soll eine Laufzeit von anderthalb Jahren (18 Monaten) haben, für die ersten 12 Monate bieten die Verleger 1,5% an. Für die weiteren Monate soll es ebenfalls 1,5% geben – aber nur, wenn es bis dahin zu einer Einigung über Änderungen in den Manteltarif- und Gehaltstarifverträgen gekommen ist. Damit haben sie für 18 Monate nicht mehr als 1,5% zugesichert.
Sowohl die Höhe der Lohn- und Gehaltserhöhungen als auch die Koppelung der Lohn- und Gehaltsabkommen mit Manteltarif- und Gehaltsstrukturverhandlungen akzeptierte die ver.di-Tarifkommission nicht. Beide Seiten vereinbarten, die Verhandlungen am 10. Juni fortzusetzen. Zuvor wird die ver.di-Tarifkommission zusammenkommen und das weitere Vorgehen beraten.
Bei einer Kundgebung vor dem Pressehaus in Rostock machten Kolleginnen und Kollegen aus Verlag, Technik und Redaktion deutlich, dass sie engagiert für ihre Tarifverträge eintreten werden. Unter dem Motto „Ran an die Schmalzstullen! Wir sind zu gut für günstig!“ hielten sie eine Protestkundgebung ab.
Montag, 19. Mai 2014
Nordverleger lehnen Tarifergebnis ab
Absage der Nordverleger an den Flächentarifvertrag für Tageszeitungsredaktionen unverständlich und empörend
Als „vollkommen unverständlich und empörend“ bezeichnet der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, die Absage der Tageszeitungsverleger aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an das Verhandlungsergebnis zwischen dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di.
„Das Verhandlungsergebnis in der Fläche sieht für die Nordverlage bereits weitgehende Zugeständnisse bei der Entwicklung von Jahresleistung und Urlaubsgeld vor. Damit sind wir an die Grenzen dessen gegangen, was wir unseren Mitgliedern zumuten können. Es gibt weder wirtschaftliche noch andere nachvollziehbare Gründe für weitere Opfer“, machte Werneke deutlich. Der Gehalts- und der Manteltarifvertrag in den beiden Bundesländern befänden sich nun in der Nachwirkung für alle Gewerkschaftsmitglieder – und gelten uneingeschränkt.
Das Verhandlungsergebnis für die Tageszeitungsredaktionen vom 24. April habe Kompromisse aller Beteiligten gefordert und trage der Forderung nach einer regionalen Lösung für den Norden hinreichend Rechnung. Dass die Zeitungsverleger in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sich nun darüber hinwegsetzten, nachdem bereits andere Landesverbände dem BDZV bereits seit längerem kein Verhandlungsmandat mehr erteilt hatten, wecke Zweifel an der tarifpolitischen Durchsetzungsfähigkeit des BDZV.
Als „vollkommen unverständlich und empörend“ bezeichnet der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, die Absage der Tageszeitungsverleger aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an das Verhandlungsergebnis zwischen dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di.
„Das Verhandlungsergebnis in der Fläche sieht für die Nordverlage bereits weitgehende Zugeständnisse bei der Entwicklung von Jahresleistung und Urlaubsgeld vor. Damit sind wir an die Grenzen dessen gegangen, was wir unseren Mitgliedern zumuten können. Es gibt weder wirtschaftliche noch andere nachvollziehbare Gründe für weitere Opfer“, machte Werneke deutlich. Der Gehalts- und der Manteltarifvertrag in den beiden Bundesländern befänden sich nun in der Nachwirkung für alle Gewerkschaftsmitglieder – und gelten uneingeschränkt.
Das Verhandlungsergebnis für die Tageszeitungsredaktionen vom 24. April habe Kompromisse aller Beteiligten gefordert und trage der Forderung nach einer regionalen Lösung für den Norden hinreichend Rechnung. Dass die Zeitungsverleger in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sich nun darüber hinwegsetzten, nachdem bereits andere Landesverbände dem BDZV bereits seit längerem kein Verhandlungsmandat mehr erteilt hatten, wecke Zweifel an der tarifpolitischen Durchsetzungsfähigkeit des BDZV.
Tarifverhandlungen für Redakteure an Tageszeitungen
Sehr geehrte Frau Ekat, sehr geehrte Frau Neitzel,
sehr geehrter Herr Dieckmann,
in der Tarifrunde für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen kam den beiderseitig anerkannten unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen im Bundesgebiet und den hieraus zu ziehenden Schlussfolgerungen besondere Bedeutung zu. Leider führte unser wiederholtes Drängen auf Regionalisierungsmöglichkeiten in den bundesweiten Tarifwerken nicht zur angestrebten akzeptablen Lösung.
Der noch unter Genehmigungsvorbehalt (bis 30.06.2014) stehende Abschluss vom 24. April 2014 sieht für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein lediglich ein zeitliches Vorziehen der beschlossenen anteiligen Reduzierung von Jahresleistung und Urlaubsgeld vor. Damit wird der Ertragskraft unserer Verlage in diesen beiden „Nordländern“, vor allem aber der dringend notwendigen Zukunftssicherung dieser Verlagshäuser und der von ihnen gebotenen Arbeitsplätze keineswegs im erforderlichen Umfang Rechnung getragen.
Der Verband der Zeitungsverlage Norddeutschland e.V. kann daher dem Abschluss vom 24. April 2014 nicht zustimmen und bittet Sie, mit uns einen Verhandlungstermin für die Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu verabreden. Ein möglichst zeitnaher Termin dürfte dabei im wohlverstandenen Interesse aller liegen.
Mit freundlichen Grüßen
VERBAND DER ZEITUNGSVERLAGE NORDDEUTSCHLAND E.V.
gez. Berndt Röder
Dienstag, 13. Mai 2014
Kurzmitteilung: Boyens Medien übernimmt Fincke-Werbung
Sönke Boyens hat mitgeteilt, dass Boyens Medien die Fincke-Werbung gekauft hat. Fincke hat vor allem Prospekte und Akzidenzen hergestellt.
Geplant ist mittelfristig, diese Agentur im Wasserturm in Heide unterzubringen.
Geplant ist mittelfristig, diese Agentur im Wasserturm in Heide unterzubringen.
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