Nach einem Verhandlungsmarathon von 18 Stunden haben sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), der DJV und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) auf eine Tarifeinigung für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure sowie die freien Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen verständigt. „Die heftig umstrittenen Verschlechterungen für Berufseinsteiger sind vom Tisch, die von den Verlegern beabsichtigte Abwertung des Journalistenberufs ist damit verhindert worden“, betonte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke.
Donnerstag, 18. August 2011
Mittwoch, 17. August 2011
Nord-Verleger wollen den Mantel wieder schließen
Zeitungsbetriebe Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
In den Verhandlungen mit dem VZN konnte für Druck und Verlag in wichtigen Punkten eine Annäherung erreicht werden.
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in den norddeutschen Zeitungsverlagen sind in eine entscheidende Phase eingetreten. Am 17. August trafen sich die Verhandlungskommissionen von ver.di und dem Verband Norddeutscher Zeitungsverleger (VZN) zur fünften Verhandlungsrunde in Lübeck.
In den Verhandlungen mit dem VZN konnte für Druck und Verlag in wichtigen Punkten eine Annäherung erreicht werden.
Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in den norddeutschen Zeitungsverlagen sind in eine entscheidende Phase eingetreten. Am 17. August trafen sich die Verhandlungskommissionen von ver.di und dem Verband Norddeutscher Zeitungsverleger (VZN) zur fünften Verhandlungsrunde in Lübeck.
Journalisten streiken für Tarifabschluss
Vor der (Bundes-)Verhandlungsrunde haben Redakteure der Kieler und Lübecker Nachrichten, der Ostsee-Zeitung, Hamburger Morgenpost und Bergedorfer Zeitung die Arbeit niedergelegt. Während der in Hamburg stattfindenden Verhandlungen gab es eine Kundgebung vor dem Springer-Verlag und in Rostock eine gemeinsame Aktion mit Kolleginnen und Kollegen aus Technik und Verlag. Das Motto „Wir haben keine Komfortzonen“ nahm Bezug auf die Aussagen des LN-/OZGeschäftsführer Thomas Ehlers, der per Interview forderte, „radikal Positionen anzuschauen, in denen es noch Komfortzonen gibt“.
Dienstag, 9. August 2011
Tarifkommission macht den Weg frei
Am 9. August traf sich die Tarifkommission „Küste“ in Hamburg.
Der ausgehandelte Kompromiss der kleinen Tarifkommission wurde einstimmig angenommen.
Der Tarifabschluss in der Druckindustrie diente hier als Basis.
Über die Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung wird noch abschließend verhandelt werden müssen.
Mit diesem Beschluss der Tarifkommission ist der Weg frei für eine Einigung am 17. August 2011 in Lübeck
Der ausgehandelte Kompromiss der kleinen Tarifkommission wurde einstimmig angenommen.
Der Tarifabschluss in der Druckindustrie diente hier als Basis.
Über die Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung wird noch abschließend verhandelt werden müssen.
Mit diesem Beschluss der Tarifkommission ist der Weg frei für eine Einigung am 17. August 2011 in Lübeck
Donnerstag, 4. August 2011
Tarifauseinandersetzung Zeitungsredaktionen: Leichte Bewegung seitens der Verleger dank Streiks
Berlin, 2. August 2011 – Die neunte Verhandlungsrunde für die rund 14.000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen zwischen dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ist ergebnislos vertagt worden. Am Ende der siebenstündigen Verhandlung legten die Verlegervertreter ein weiteres Angebot vor, das von ver.di als unzureichend bewertet wurde.
Vor allem die angebotene Tariferhöhung der Gehälter mit zwei Einmalzahlungen von 200 Euro in den Jahren 2011 und 2012 und einer linearen Erhöhung um 1,5 Prozent erst im Jahr 2013 und für Honorare von je zwei Prozent im Oktober 2011 und August 2012 sei deutlich zu wenig.
Vor allem die angebotene Tariferhöhung der Gehälter mit zwei Einmalzahlungen von 200 Euro in den Jahren 2011 und 2012 und einer linearen Erhöhung um 1,5 Prozent erst im Jahr 2013 und für Honorare von je zwei Prozent im Oktober 2011 und August 2012 sei deutlich zu wenig.
Dienstag, 26. Juli 2011
Am 2. August ist nächste bundesweite Verhandlungsrunde
Auf Wunsch des BDZV findet die nächste Tarifverhandlungsrunde bereits am 2. August 2011 in Hamburg statt. Nach Gewerkschaftsangaben war bisher ein späterer Termin vom BDZV in Gespräch gebracht.
Mittwoch, 20. Juli 2011
Verleger machen Angebote – zu teuer für die Beschäftigten!
Tarifverhandlungen Zeitschriftenverlage Hamburg und Nord, 20. Juli 2011
Am 20. Juli 2011 fand die erste Verhandlung des Gehaltstarifvertrages für die Angestellten in den Zeitschriftenverlagen Hamburgs, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns statt. Ver.di hatte den Gehaltstarifvertrag gekündigt und eine Gehaltserhöhung von 5 % bei einer Laufzeit von möglichst 12 Monaten gefordert. Überraschend schnell unterbreiteten die Verleger ein Angebot.
Drei Jahre lang – zu wenig, und auch nichts dazu
Das Angebot der Verleger: eine dreijährige Laufzeit, also bis Juni 2014, im November 2011 eine Einmalzahlung von 250,- €, ab November 2012 eine lineare Erhöhung von 1,5 % und dann im November 2013 eine weitere Einmalzahlung von 250,- €. Hinzugefügt wurde noch: Wenn ver.di in derselben Laufzeit eine Verlängerung des Manteltarifvertrages wolle, ginge dies nur bei einer Kürzung des Urlaubsgeldes von 65 Prozent eines Gehalts auf 50 Prozent.
Verleger weisen Angebote von ver.di zurück
Die ver.di-Verhandlungskommission zeigte sich enttäuscht über dieses Angebot. Über einen dreijährigen Abschluss könne nur verhandelt werden, wenn zumindest eine Kündigung des Manteltarifvertrages während der Laufzeit des Gehaltsabkommens ausgeschlossen würde. So, wie es für die Druckindustrie vereinbart worden ist. Dieses Angebot wurde von den Verlegern zurückgewiesen. Auch ein erneuertes Angebot der ver.di-Verhandlungskommission eines Abschlusses mit einer entweder achtzehnmonatigen oder zweijährigen Laufzeit wurde von den Verlegern nicht akzeptiert.
Kosmetische Verbesserung – doch die „Struktur“ stimmt nicht
In einer letzten Gesprächsrunde „verbesserten“ die Verleger ihr Angebot: Statt nur 1,5 % boten sie am Ende eine lineare Erhöhung um 2 % – bei weiterhin drei Jahren Laufzeit – ab dem zweiten Jahr an. Dies konnte die ver.di-Verhandlungskommission nicht akzeptieren: Es sei nicht hinzunehmen, dass die Verleger sich die Rosinen aus dem Druckabschluss herauspicken, ohne selber den Preis für einen fairen Abschluss zu zahlen – es könne keinen dreijährigen Abschluss mit solch niedrigen Werten geben, wenn nicht mindestens die Kündigung des Manteltarifvertrages während der Laufzeit des Gehaltstarifvertrages ausgeschlossen würde.
Verhandlungen vertagt – doch anderswo kommt man zum Abschluss
Die Verhandlungen wurden ohne weitere Terminvereinbarung vertagt. Die Tarifparteien werden weiter intern über das weitere Vorgehen beraten. Am selben Tag kam es zu einem Abschluss für die Zeitungsverlage Bayerns – Laufzeit 25 Monate, zwei Einmalzahlungen von 250,- €, eine lineare Erhöhung um 2 %, dazu eine entsprechende Verlängerung des Manteltarifvertrags. Ein ähnlicher Verhandlungsstand war am 19. Juli für die norddeutschen Zeitungsverlage erzielt worden.
Fragen, die sich stellen: Wie erklären Zeitschriftenverleger bei solch guten Jahresabschlüssen, dass sie ihren Beschäftigten weniger anbieten als Verleger, die Umsatzrückgänge hinzunehmen haben? Wie erklären Zeitschriftenverleger den Angestellten, dass Tarifabschlüsse nur die Beschäftigten etwas kosten sollen? Gibt es Kompromisse, die nur eine Seite etwas – zu viel – kosten?
Am 20. Juli 2011 fand die erste Verhandlung des Gehaltstarifvertrages für die Angestellten in den Zeitschriftenverlagen Hamburgs, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns statt. Ver.di hatte den Gehaltstarifvertrag gekündigt und eine Gehaltserhöhung von 5 % bei einer Laufzeit von möglichst 12 Monaten gefordert. Überraschend schnell unterbreiteten die Verleger ein Angebot.
Drei Jahre lang – zu wenig, und auch nichts dazu
Das Angebot der Verleger: eine dreijährige Laufzeit, also bis Juni 2014, im November 2011 eine Einmalzahlung von 250,- €, ab November 2012 eine lineare Erhöhung von 1,5 % und dann im November 2013 eine weitere Einmalzahlung von 250,- €. Hinzugefügt wurde noch: Wenn ver.di in derselben Laufzeit eine Verlängerung des Manteltarifvertrages wolle, ginge dies nur bei einer Kürzung des Urlaubsgeldes von 65 Prozent eines Gehalts auf 50 Prozent.
Verleger weisen Angebote von ver.di zurück
Die ver.di-Verhandlungskommission zeigte sich enttäuscht über dieses Angebot. Über einen dreijährigen Abschluss könne nur verhandelt werden, wenn zumindest eine Kündigung des Manteltarifvertrages während der Laufzeit des Gehaltsabkommens ausgeschlossen würde. So, wie es für die Druckindustrie vereinbart worden ist. Dieses Angebot wurde von den Verlegern zurückgewiesen. Auch ein erneuertes Angebot der ver.di-Verhandlungskommission eines Abschlusses mit einer entweder achtzehnmonatigen oder zweijährigen Laufzeit wurde von den Verlegern nicht akzeptiert.
Kosmetische Verbesserung – doch die „Struktur“ stimmt nicht
In einer letzten Gesprächsrunde „verbesserten“ die Verleger ihr Angebot: Statt nur 1,5 % boten sie am Ende eine lineare Erhöhung um 2 % – bei weiterhin drei Jahren Laufzeit – ab dem zweiten Jahr an. Dies konnte die ver.di-Verhandlungskommission nicht akzeptieren: Es sei nicht hinzunehmen, dass die Verleger sich die Rosinen aus dem Druckabschluss herauspicken, ohne selber den Preis für einen fairen Abschluss zu zahlen – es könne keinen dreijährigen Abschluss mit solch niedrigen Werten geben, wenn nicht mindestens die Kündigung des Manteltarifvertrages während der Laufzeit des Gehaltstarifvertrages ausgeschlossen würde.
Verhandlungen vertagt – doch anderswo kommt man zum Abschluss
Die Verhandlungen wurden ohne weitere Terminvereinbarung vertagt. Die Tarifparteien werden weiter intern über das weitere Vorgehen beraten. Am selben Tag kam es zu einem Abschluss für die Zeitungsverlage Bayerns – Laufzeit 25 Monate, zwei Einmalzahlungen von 250,- €, eine lineare Erhöhung um 2 %, dazu eine entsprechende Verlängerung des Manteltarifvertrags. Ein ähnlicher Verhandlungsstand war am 19. Juli für die norddeutschen Zeitungsverlage erzielt worden.
Fragen, die sich stellen: Wie erklären Zeitschriftenverleger bei solch guten Jahresabschlüssen, dass sie ihren Beschäftigten weniger anbieten als Verleger, die Umsatzrückgänge hinzunehmen haben? Wie erklären Zeitschriftenverleger den Angestellten, dass Tarifabschlüsse nur die Beschäftigten etwas kosten sollen? Gibt es Kompromisse, die nur eine Seite etwas – zu viel – kosten?
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